Aachen, 06.03.2026 - Angesichts des voranschreitenden demografischen Wandels wächst der Bedarf nach Fachkräften auch im Energiemarkt stark an. Viele geburtenstarke Jahrgänge scheiden aus dem Arbeitsmarkt aus und es kommen weniger Fachkräfte nach, um Lösungen für die zunehmende Komplexität des Energiemarktes und die steigende Relevanz nachhaltiger Energielösungen zu entwickeln.
Für die FGH hat die Förderung von Nachwuchstalenten deshalb höchste Priorität. „Forschung braucht die besten Köpfe – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Kriterien. Unser Ziel ist ein Arbeitsumfeld, in dem qualifizierte Nachwuchskräfte schnell Verantwortung übernehmen, sich entwickeln und eine langfristige Perspektive erhalten“, erklärt Dr. Andreas Olbrich, Vorstand der FGH. Durch gezielte Nachwuchsförderung ist es uns gelungen, den branchenweit eher geringen Anteil an weiblichen Fachkräften auf ca. 27 % zu erhöhen.
Unsere Kollegin Andrea Ewerszumrode kennt die Arbeitskultur bei der FGH bereits seit einigen Jahren. Im Jahr 2015 startete sie als Werkstudentin bei uns, heute leitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin anspruchsvolle Projekte und wirkt an der erfolgreichen Umsetzung der Energiewende mit. Im Interview erzählt Andrea, wie ihr Weg in unserem Unternehmen bisher verlaufen ist und wie sie ihn als Frau in einer eher männerdominierten Domäne empfunden hat.
„Andrea, du bist jetzt seit 11 Jahren bei der FGH. Welcher Weg hat dich zu uns geführt?“
„Im Jahr 2014 habe ich angefangen, Elektrotechnik an der RWTH Aachen zu studieren und mich schon damals für die Vertiefungsrichtung "Elektrische Energietechnik" interessiert. Um in die Praxis hineinzuschnuppern, habe ich mir ein Jahr später einen Job für das dritte Semester gesucht. Über eine interessante Stellenanzeige für den Bereich Netzintegration dezentraler Erzeugungsanlagen bin ich dann zur FGH gekommen.“
„Woher kommt dein Interesse an der Elektrotechnik?“
„Das war Zufall. Ich habe Elektrotechnik für mich entdeckt, weil ich immer schon Interesse an Naturwissenschaften hatte – vor allem Mathematik lag mir ziemlich gut. Hinsichtlich der konkreten Studienfachwahl war ich nach dem Abitur ein bisschen unentschlossen. Mein Mathelehrer hatte schon früher für die RWTH Aachen geworben, also habe ich mir angeschaut, welche Studiengänge dort angeboten werden. Die Beschreibung von Elektrotechnik fand ich dann sehr gut, insbesondere, weil viel logisches Denken und Mathe dazugehört.“
„Wie war es für dich, aus dem Hörsaal in die FGH zu kommen und dieser Themenvielfalt zu begegnen?“
„Bei der FGH gibt es viele verschiedene Bereiche mit enorm viel Expertise. Das Schöne ist, alle erklären einem, was sie machen. Und das ist besonders als Student und Berufsanfänger sehr gut. Ich konnte zwischendurch auch den Bereich wechseln und habe von den Energietechnischen Anlagen zum Bereich Elektrische Netze gewechselt. Bei der FGH habe ich dann auch meine Bachelor- und später die Masterarbeit geschrieben, erstere zum Thema "Oberschwingungen", zweitere zum Thema "Topologieoptimierung und Redispatchsimulationen". Zwischendurch war ich aufgrund eines Praktikums und Auslandssemesters woanders. Die von der FGH bearbeiteten Themen sind sehr relevant und nah an der Praxis, deswegen lernt man enorm viel.“
„Was macht für dich das Arbeiten bei der FGH aus?“
„Man wächst gemeinsam an den bearbeiteten Themen und das Betreuungsverhältnis ist ausgezeichnet. Ingenieurwesen ist ein Studium und generell ein Bereich, bei dem man eng zusammenarbeitet, einander unterstützt, seine Unterlagen teilt, sich gegenseitig etwas erklärt – es ist super kollegial. Einfach ein schönes Arbeitsumfeld. Die Leute unterstützen einander gerne und das lebenslange Lernen wird zelebriert. Jeder lernt voneinander, miteinander und bringt unterschiedliches Vorwissen mit, das ist sehr besonders.“
„Wie hast du das Studium als Frau wahrgenommen?“
„Meine Lerngruppe im Studium bestand schlussendlich nur aus Jungs, weil es sich aus der Erstiwoche so ergeben hat. Das Geschlecht tut und tat jedoch nie etwas zur Sache – weder bei der Frage, mit wem ich mich persönlich gut verstehe, noch dabei welche Inhalte ich lerne. Ich habe nie bewusst eine Sonderbehandlung erfahren und Sätze wie „Du als Frau…“ habe ich kaum gehört. Auch von älteren Kollegen z. B. im Praktikum, hatte ich überwiegend nur positives Feedback. Ich glaube, es gibt wenige Branchen, in denen man so angenehm miteinander arbeiten und voneinander lernen kann. Ich möchte den Männern in der Energiebranche ein Kompliment machen: Mein Eindruck ist, dass es hier wenig Vorurteile gegenüber Frauen gibt.“
„Gibt es etwas, dass Du angehenden Ingenieurinnen raten würdest?“
„Wer sich für ein bestimmtes Thema interessiert, sollte auf jeden Fall dranbleiben und das Studium in diesem Bereich machen, auch, wenn es erstmal richtig theoretisch ist. Spätestens, wenn man praktisch an dem arbeitet, was einen explizit interessiert, zahlt es sich auf jeden Fall aus. Bereits im Studium gibt es einen tollen, kollegialen Zusammenhalt, wenn man sich darauf einlässt. Und man darf sich auf keinen Fall unterkriegen lassen, wenn man durch eine Klausur fällt oder keine gute Note hat. Was die Energiewende angeht, werden viele Leute in der Energiewirtschaft gesucht und man arbeitet an spannenden und brandaktuellen Themen. Nur Mut: Die Elektrotechnik und die FGH freuen sich auf Euch!“
„Liebe Andrea, vielen Dank für diese spannenden Einblicke!“